Interviewfragen

„Erzählen Sie etwas über sich“: die überzeugende Selbstpräsentation in 90 Sekunden

Es ist fast immer die erste Frage, und sie prägt den weiteren Verlauf des Gesprächs. Hier ist eine einfache Struktur für eine klare Selbstpräsentation, die auf die Stelle zugeschnitten ist und sich leicht merken lässt.

Das Vocaway-Team

3 Min. Lesezeit

Bewerber stellt sich zwei Recruitern vor

Warum diese Frage entscheidend ist

„Erzählen Sie etwas über sich“ eröffnet die meisten Vorstellungsgespräche. Die Frage wirkt einfach, ist aber Ihre erste Chance, dem Gespräch einen Rahmen zu geben: In anderthalb Minuten macht sich der Recruiter ein Bild von Ihrem Werdegang, von Ihrer Fähigkeit, das Wesentliche zusammenzufassen, und davon, was Sie zu ihm führt. Die folgenden Fragen knüpfen oft an das an, was Sie gesagt haben.

Zwei Fehler kommen immer wieder vor: den Lebenslauf chronologisch herunterzubeten und über das Privatleben zu sprechen. Der Recruiter hat Ihren Lebenslauf gelesen; er erwartet eine durchdachte Erzählung, die auf die Stelle ausgerichtet ist.

Die Struktur Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft

Eine Struktur in drei Schritten funktioniert in den allermeisten Fällen:

  • Gegenwart (20 Sekunden): wer Sie heute beruflich sind, in ein bis zwei Sätzen.

  • Vergangenheit (40 Sekunden): zwei oder drei Stationen oder Erfolge aus Ihrem Werdegang, die direkt auf diese Stelle vorbereiten, mit einem konkreten Ergebnis.

  • Zukunft (30 Sekunden): was Sie jetzt suchen und warum diese Stelle in diesem Unternehmen der logische nächste Schritt ist.

Ein Beispiel

„Ich bin seit drei Jahren Digital-Marketing-Managerin in einem mittelständischen E-Commerce-Unternehmen und dort für Paid Acquisition und E-Mail-Kampagnen verantwortlich. Davor habe ich einen Master in Marketing gemacht und ein Praktikum bei einem Softwarehersteller absolviert, wo ich die Analyse von Kampagnendaten für mich entdeckt habe. In meiner aktuellen Position habe ich unter anderem die Akquisitionskosten innerhalb eines Jahres um 20 % gesenkt, indem ich unsere Kampagnen neu strukturiert habe. Jetzt möchte ich an einem internationaleren Produkt arbeiten, und genau das reizt mich an Ihrem Markteintritt in Spanien: Dort möchte ich meine Erfahrung in der Multichannel-Akquise einbringen.“

In weniger als zwei Minuten kennt der Recruiter das Profil, hat einen Beleg in Zahlen und versteht die Motivation für die Stelle.

Die Selbstpräsentation an jede Stellenanzeige anpassen

Ihre Selbstpräsentation ist nicht in Stein gemeißelt. Lesen Sie vor jedem Gespräch die Stellenanzeige noch einmal und wählen Sie aus Ihrem Werdegang die zwei oder drei Elemente aus, die für genau diese Stelle am wichtigsten sind. Beim Berufseinstieg stützen Sie sich auf Praktika, Ihr duales Studium, Projekte oder ehrenamtliches Engagement.

  • Bleiben Sie unter zwei Minuten: Der Recruiter fragt nach, wenn er mehr wissen will.

  • Schließen Sie mit der angestrebten Stelle, um ganz natürlich zur Frage nach Ihrer Motivation überzuleiten.

  • Lassen Sie Privatleben, Meinungen und Details ohne Bezug zur Stelle beiseite.

Üben, ohne aufzusagen

Lernen Sie die Struktur und die drei oder vier Kernbotschaften, nicht die Sätze Wort für Wort. Eine auswendig aufgesagte Selbstpräsentation hört man sofort, und sie zerstört die Verbindung zum Recruiter. Üben Sie laut, stoppen Sie die Zeit und feilen Sie so lange, bis Ihre Erzählung flüssig ist.

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